Physiognomien des Ungewissen
Die Malerei von Reimers bewegt sich an einer Schwelle, an der Gestalt entsteht und zugleich wieder verschwindet. Seine Bilder verweigern die Eindeutigkeit des Porträts und untersuchen stattdessen die Bedingungen des Sehens selbst. Aus farbigen Verdichtungen, gestischen Setzungen und kreisenden Bewegungen entwickeln sich physiognomische Fragmente, die dem Betrachter zwar vertraut erscheinen, sich jedoch jeder endgültigen Lesbarkeit entziehen. Das Gesicht wird nicht dargestellt, sondern ereignet sich im Akt der Wahrnehmung. Reimers versteht Malerei als offenen Prozess. Farbe ist dabei kein Mittel der Beschreibung, sondern eine eigenständige Wirklichkeit. Sie bildet Räume, erzeugt Spannungen und eröffnet jene Zwischenzonen, in denen Erinnerung, Empfindung und Vorstellung ineinander übergehen. Die ausgestellten Arbeiten zeigen keine festgelegten Identitäten. Sie verhandeln das Menschliche als etwas Wandelbares, Vorläufiges und stets Neuentstehendes. In diesem Schwebezustand zwischen Figur und Abstraktion entfaltet sich die besondere Intensität der Werke. Die Ausstellung lädt dazu ein, den Blick nicht auf das Erkennbare, sondern auf den Prozess des Erscheinens selbst zu richten.
Zur Eröffnung der Ausstellung in der Stadthalle am 11. September um 16 Uhr wird Heino Bubach-Bernhardt ein Grußwort sprechen.
Im Anschluss hält Wilhelm Bühse eine kunsthistorische Einführung in das Werk von Ulf Reimers.
Der Künstler Ulf Reimers ist anwesend.
Öffnungszeiten: 9-17 Uhr
Eintritt: frei
