Ausstellungseröffnung am 13. September im Theater
Mit den Jazz-Bildern des 1989 verstorbenen Neumünsteraner Künstlers Roderich Rusen zeigt das Theater in der Stadthalle ein außergewöhnliches Spätwerk eines lange übersehenen Künstlers.
Rusen war ein streitbarer, wacher Geist, der sich leidenschaftlich in die kulturellen und politischen Debatten seiner Stadt einmischte. Diese Haltung des Widerspruchs und der Reibung prägt auch seine Kunst. Eine radikale Veränderung erfuhr sein Schaffen durch die Begegnung mit dem Free Jazz. Nach einem Konzert von Ornette Coleman 1987 begann Rusen, Musik unmittelbar in Malerei zu übersetzen: in grelle Farbfelder, rhythmische Strukturen und nervöse Linien. Seine Bilder wirken wie improvisiert – als würden sie direkt aus dem Moment des Hörens entstehen.
Trotz einer fortschreitenden ALS-Erkrankung arbeitete Rusen mit außergewöhnlicher Intensität. In nur rund sechs Monaten entstanden etwa 60 großformatige Arbeiten, die er selbst als „Klangbilder“ bezeichnete.
Die Ausstellung macht ein Spätwerk sichtbar, in dem Musik, Malerei und existenzielle Erfahrung zu einer unmittelbaren, kraftvollen Bildsprache verschmelzen. Roh, intensiv und voller Energie zeugen die Werke von einem Künstler, der sich bis zuletzt nicht begrenzen ließ.
Die Ausstellungseröffnung findet am 13. September um 17 Uhr im Theater der Stadthalle statt. Es spielt die Happy Schwale Jazz Band. Die Bilder im Foyer und im Saal sind während der gesamten Spielzeit 2026/27 zu sehen
Die Bilder sind eine Leihgabe der Familie des Malers. Im Kulturbüro ist eine Preisliste hinterlegt.
Eintritt: frei
